Blair Athol ist für mich ein idealer erster Brennereistopp, weil hier sofort deutlich wird, was mich an Scotch fasziniert: Geschichte, Substanz und Handwerk ohne übertriebene Show. Die Brennerei geht auf das späte 18. Jahrhundert zurück, und diese alte Highland-Schwere passt hervorragend zu Pitlochry und zum Beginn der Reise.
In den Bildern sehe ich die klassischen Stationen, die ich bei einer Tour immer besonders aufmerksam verfolge: Mash- und Produktionsbereiche, kupferne Stills, Fasslager und am Ende die Gläser. Im Stillhouse interessiert mich vor allem der Charakter, den Kupferkontakt, Brennblasenform und Cut-Entscheidung später in den New Make bringen. Blair Athol hat für mich diesen malzigen, leicht nussigen, honigwürzigen Kern, der erklärt, warum der Spirit auch für Blends so wertvoll ist.
Im Warehouse beginnt dann der Teil, der für mich immer beinahe magisch ist: Holz, Zeit, Verdunstung und Mikroklima. Erst dort wird aus handwerklich sauberem Destillat ein Whisky mit Tiefe. Ich schaue mir solche Fassreihen nie nur als Kulisse an, sondern immer als eigentliches Gedächtnis der Brennerei.