
Ein Reiseauftakt im Schlosshotel Kronberg
Am Nachmittag des 16. Juli machten wir uns mit dem Auto auf den Weg nach Frankfurt. Da unser Flug nach Jamaika bereits am nächsten Vormittag starten sollte, wollten wir die Reise bewusst ohne morgendlichen Zeitdruck beginnen und hatten deshalb eine Übernachtung im Schlosshotel Kronberg gebucht.
Nach ungefähr 320 Kilometern Fahrt erreichten wir am Nachmittag die lange Auffahrt des Hotels. Schon der erste Blick auf das große steinerne Gebäude war beeindruckend. Das Schlosshotel sieht nicht nur wie ein Schloss aus, sondern war tatsächlich der ehemalige Wohnsitz von Victoria Kaiserin Friedrich, der ältesten Tochter der britischen Königin Victoria. Das damals als Schloss Friedrichshof bezeichnete Anwesen wurde nach vierjähriger Bauzeit 1893 fertiggestellt und wird seit 1954 als Hotel genutzt.
Vor dem großen historischen Portal luden wir unsere Koffer aus. Über dem Eingang steht bis heute „Friderici Memoriae“ – zur Erinnerung an Friedrich. Gemeint war Victorias früh verstorbener Ehemann Kaiser Friedrich III., der wegen seiner nur 99 Tage dauernden Regierungszeit als 99-Tage-Kaiser bekannt wurde.
Beim Betreten des Schlosses wurde schnell deutlich, dass viele Räume ihren ursprünglichen Charakter bewahrt haben. Hohe Holzdecken, große Buntglasfenster, alte Gemälde, Wandteppiche, schwere Möbel und die breite historische Treppe ließen das Gebäude eher wie ein bewohntes Schloss als wie ein normales Hotel wirken.
Unser Zimmer übertraf dann noch einmal alles, was wir erwartet hatten. Wir hatten ein Grand-Zimmer mit Parkblick gebucht und bekamen aber ein upgrade einen riesigen Raum mit hohen Decken, einer Sitzecke, großen Fenstern und zwei prunkvollen Betten mit aufwendigen Baldachinen. Allerdings war dieses Zimmer nicht klimatisiert und es war abends auch noch sehr warm. Aber für Micky genau das Richtige. Auch die Möbel, Lampen und Vorhänge passten vollständig zum historischen Stil des Hauses.
Nachdem wir uns etwas eingerichtet hatten, liefen wir durch die öffentlichen Räume und über das Schlossgelände. Von außen konnte man die vielen unterschiedlichen Türme, Erker, Giebel und Gebäudeteile erst richtig erkennen. Der Park war weitläufig und ruhig, und rund um das Schloss standen große alte Bäume.
Anschließend setzten wir uns in die eindrucksvolle Lobby. Zwischen Kamin, Wandteppichen, Antiquitäten und historischen Möbeln bestellten wir Kaffee, Kuchen und einen Eiskaffee. Dieser Platz wirkte weniger wie eine Hotellobby als wie der Salon eines großen englischen Landhauses.
Damit hatte unser Jamaikaurlaub bereits einen ungewöhnlichen Anfang genommen. Eigentlich war Kronberg nur als praktische Zwischenübernachtung vor dem Flug gedacht. Schon nach kurzer Zeit war klar, dass das Schlosshotel selbst zu einem richtigen Reiseerlebnis werden würde.












































