
Themen Einleitung
Bildung
Wirtschaft
Landwirtschaft
Umweltpolitik im Osnabrücker Land
Jugendarbeit / Jugendhilfe im Landkreis Osnabrück
Liebe Mitbürgerinnen,
liebe Mitbürger,
wir im Osnabrücker Land befinden uns inmitten einer Gesellschaft, die sich auf dem Weg durch das gerade angebrochene neue Jahrhundert in einem Prozess ständiger sowie tiefgreifender Veränderungen und Wandlungen bewegt.
Die Welt wächst immer weiter zusammen und gerade im wirtschaftlichen Bereich spielen nationale Grenzen eine immer kleiner werdende Rolle, befinden sich Regionen, Länder und Staaten in einem stetigen Wettbewerb um gute Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Wachstum.
Dem Weg zum globalen Dorf mit all seinen neuen Herausforderungen und Ansprüchen, die an uns gestellt werden auf der einen Seite, steht eine enge Verbundenheit zu unserer Heimat hier im Landkreis Osnabrück auf der anderen Seite aber keinesfalls entgegen.
Vielmehr müssen wir uns gemeinsam auf den Weg machen, um unser Osnabrücker Land als zukunftsorientierte und lebenswerte Region zu erhalten und weiter auszubauen, die jedem ihrer Bürger alle Chancen und Perspektiven für ein erfolgreiches und zufriedenes Leben bieten kann.
Die in den letzten Jahren hierfür geschaffenen Rahmenbedingungen sind hervorragend.
Denn, obwohl die finanziellen Voraussetzungen für die meisten Kommunen landauf landab alles andere als zufriedenstellend sind, hat es der Landkreis Osnabrück in den letzten zehn Jahren durch eine solide Finanzpolitik geschafft, seine Schuldenlast fast zu halbieren.
Und dies ist gerade für die junge Generation von besonderer Bedeutung, da wir morgen die Last der Schulden zu tragen haben, die heute gemacht werden. Vor diesem Hintergrund fordert die Junge Union die in vielen Bereichen richtigen Ansätze zur Entlastung der kommunalen Haushalte durch eine Verringerung der Aufwendungs- und Ausgabenseite weiter voranzutreiben.
Im Rahmen der verfassungsmäßig garantierten kommunalen Selbstverwaltung ist eine sinnvolle Verlagerung von Aufgaben zu den Kommunen begrüßenswert, da Probleme direkt vor Ort häufig am besten überschaut und Lösungen am günstigsten gefunden werden können. In diesem Zusammenhang muss aber auch eine angemessene finanzielle Ausstattung der Städte, Gemeinden und Landkreise sichergestellt werden. Die einseitige Verlagerung von Kosten zulasten der Kommunen sowie die Eingriffe der Landsesregierung in den kommunalen Finanzausgleich zugunsten des maroden niedersächsischen Landeshaushalts gefährden das Prinzip der kommunalen Selbstverwaltung massiv und stehen damit im Kern einem verfassungsmäßig garantiertem Grundsatz entgegen. Die Junge Union fordert vor diesem Hintergrund, die Kommunen nicht weiter zum Leidträger der schlechten niedersächsischen Finanzpolitik zu machen und sie mit den finanziellen Mitteln auszustatten, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen.
Weiterhin spricht sich die Junge Union Osnabrück-Land deutlich für eine verstärkte Bezugnahme auf ökonomische Grundsätze bei der Wahrnehmung und Verteilung von Aufgaben durch die jeweiligen Kommunen aus. Insofern Aufgaben an Dritte weitergegeben werden, sollten auch soziale und arbeitsmarktrelevante Aspekte für unsere Region eine Rolle spielen.
Durch Ausschreibungen, wie z.B. bei der Müllentsorgung, können Kosten häufig deutlich gesenkt, Belastung sowohl für die Kommune selbst als auch insbesondere für den Bürger reduziert werden.
So ist für die Junge Union im Osnabrücker Land z.B. eine Ausschreibung des bislang sowohl kostenintensiven als auch für die Betroffenen häufig unbefriedigend durchgeführten Schülertransportes denkbar, um zum einen den immensen finanziellen Aufwand in diesem Bereich zu reduzieren und zugleich akzeptablere Bedingungen für die Schülerinnen und Schüler zu schaffen.
Unser Ziel für die Kreispolitik in den kommenden Jahren wird es sein, unsere Schuldenlast durch Einsparungen auf der einen Seite weiter deutlich zu reduzieren, um durch die geringeren Zinsbelastungen Kapazitäten für Investitionen in den wichtigen Bereichen der Bildungspolitik, Jugendarbeit und Jugendhilfe, der Wirtschaftsförderung sowie in die Infrastruktur zu ermöglichen.
Eine solide Finanzpolitik liefert somit die Basis, um unseren Landkreis und unsere Gemeinden fit für die Aufgaben der Zukunft zu machen und sichert uns auch noch für morgen einen ausreichenden Handlungsspielraum.
In den folgenden Absätzen wollen wir als Junge Union unsere Ziele, Ideen und Vorstellungen in die Kommunalpolitik im Osnabrücker-Land einbringen.
Bildung
Die Anforderungen, die unsere multimediale Informations- und Wissensgesellschaft an jeden einzelnen von uns stellt, sind ebenso mit beachtlichen Herausforderungen für eine Region wie den Landkreis Osnabrück verbunden.
Um im nationalen sowie globalen Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte dauerhaft konkurrenzfähig bleiben zu können, bedarf es eines Bildungssystems, das in der Lage ist, jungen Menschen ihren Neigungen, Interessen und Fähigkeiten entsprechend neben den nötigen Fachkompetenzen insbesondere auch Methodenkompetenzen im alltäglichen Umgang mit den heutzutage allgegenwärtigen Informationstechnologien zu vermitteln.
Zusätzlich wird die Institution Schule vor dem Hintergrund der sich wandelnden Lebens- und Arbeitswelt vieler Menschen und den sich hierdurch auflösenden familiären Bindungen immer weiter in die Rolle des Erziehers vieler Kinder hineingedrängt.
Während die in diesem Rahmen an unsere Lehrerinnen und Lehrer gestellten Aufgaben immer vielfältiger werden, bleibt insbesondere die personelle Unterstützung durch die Landesregierung weitestgehend aus.
Denn, obwohl die vom Kultusministerium schöngerechneten Statistiken für die meisten Schulen im Landkreis Osnabrück eine statistische Unterrichtsversorgung von über 90% ausweisen, zeigt die Realität vor Ort doch, dass viele Schulen aufgrund der z.T. dramatischen Unterversorgung nicht einmal mehr in der Lage sind, mit ihren Schülern die festgelegten Bildungsziele zu erreichen.
In Anbetracht der katastrophalen finanziellen Lage des Landes Niedersachsen und unserer aller Erfahrungen mit den zahlreichen, niemals eingelösten Versprechen ist von einer spürbaren Verbesserung der Situation unter dieser Landesregierung nicht auszugehen.
Da uns aber nicht nur die Zukunftsperspektiven unserer Schülerinnen und Schüler am Herzen liegen, sondern ein funktionierendes und leistungsfähiges Bildungssystem hier bei uns vor Ort auch maßgeblich für die Zukunftschancen unserer Region verantwortlich ist und damit jeden einzelnen von uns betrifft, bedarf es einer gemeinsamen Kraftanstrengung aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, um den Bildungsstandort Osnabrücker Land weiter zu verbessern und auszubauen.
Vor diesem Hintergrund sollte besonders die Wirtschaft als hauptsächlicher Nutznießer umfassend und praxisorientiert ausgebildeter Schulabgänger ermutigt werden, Fachkräfte zur zusätzlichen Wissensvermittlung an Schulen, insbesondere im Bereich der neuen Technologien, bereitzustellen.
Die verantwortlichen Schulträger innerhalb des Landkreises werden angehalten, im verstärkten Dialog mit den Schulen eine Verbesserung des äußeren Umfelds für ein angemessenes Lehren und Lernen herbeizuführen. Die häufig eklatanten Engpässe, sowohl an entsprechenden Räumlichkeiten als auch an Schulinventar, schränken einen geordneten Schulbetrieb z.T. massiv ein.
Im Bereich der „Neuen Medien“ muss der von den Schulträgern in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft eingeschlagene Weg zur Erreichung einer bestmöglichen multimedialen Ausstattung der Schulen konsequent weitergegangen werden. Um die für die heutige Berufsvorbereitung nötigen hohen Kompetenzen in diesem Bereich allerdings vermitteln zu können, reicht die Bereitstellung des entsprechenden Equipments nicht aus. Ebenso muss die möglichst weitreichende Einbeziehung von Informationstechnologien in den täglichen Unterricht gewährleistet sein.
Im Hinblick auf das Bildungssystem selbst positioniert sich die Junge Union klar für die Stärkung des gegliederten Schulsystems, um unsere Schülerinnen und Schüler möglichst frühzeitig individuell fördern zu können. Insbesondere die Schülerinnen und Schüler der Hauptschule bedürfen einer berufsorientierten sowie auf ihre speziellen Probleme ausgerichteten Beschulung.
In diesem Sinne fordert die Junge Union insbesondere an den Hauptschulen den Bereich der sozialpädagogischen Hilfe zu stärken sowie ein umfassendes Berufsberatungs- und Berufsvorbereitungsprogramm einzusetzen, um in diesem Zusammenhang auch den Bereich der Jugendarbeit und Jugendhilfe innerhalb der einzelnen Städte und Gemeinden zu unterstützen. Zusätzlich fordert die Junge Union, auch gerade Hauptschülern möglichst frühzeitige und zahlreiche Möglichkeiten zu bieten, zusätzlich zu den Berufspraktika, Einblicke in betriebliche Abläufe zu gewinnen. So können sie neben ihren schulischen Qualifikationen auch praktische Kenntnisse mit in den Start in das Berufsleben einbringen.
Die Junge Union im Osnabrücker Land setzt sich für die aus pädagogischen Gesichtspunkten unumgängliche Abschaffung der Orientierungsstufe ein. Im Zusammenhang mit den ab 2003 im Landkreis wieder sinkenden Schülerzahlen, kann dieses allerdings zu Umstrukturierungen innerhalb einiger Schulstandorte führen. Eine weiterhin möglichst wohnortnahe Beschulung der Schülerinnen und Schüler muss aber dennoch sichergestellt werden.
Vor diesem Hintergrund fordern wir die Beibehaltung eines möglichst breiten Schulformangebotes im ländlichen Raum durch Standortkooperationen sicherzustellen. So könnten zwei einzelne Schulen einer Schulform innerhalb zweier Standorte miteinander insofern verschmolzen werden, dass der Unterricht an zwei Orten von einem Lehrerkollegium ausgebracht wird und auch die administrativen Aufgaben durch eine gemeinsame Verwaltung erledigt werden.
Unter der Voraussetzung der räumlichen Nähe können durch dieses Prinzip eine Schule an zwei Standorten zu integrieren, trotz deutlicher Einsparungen die Infrastrukturen flexibler gestaltet und genutzt und dadurch auch an kleineren Schulstandorten weiterhin ein breites Schulformangebot vorgehalten werden.
Wirtschaft
Wir, die Junge Union im Osnabrücker Land, sehen die Schaffung und Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen als unsere herausragende Aufgabe in den kommenden Jahren an. Dies kann auch in Zukunft nur gelingen, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein investitionsfreundliches Klima schaffen. Die zwei entscheidenden Voraussetzungen hierfür sind nach unserer Auffassung:
1. Förderung von beruflicher Qualifizierung und Weiterbildung sowie Förderung von Existenzgründern
2. Weitere Verbesserung der Standortqualität des Landkreises Osnabrück.
Berufliche Qualifizierung:
Die Beispiele Kynast und Raabe haben deutlich gemacht, wie wichtig eine hinreichende berufliche Qualifizierung ist. Insbesondere für ungelernten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist es im Falle der Arbeitslosigkeit sehr schwierig, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Wir sind daher der Überzeugung, dass Investitionen in diesem Bereich außerordentlich wichtig sind und sich langfristig auszahlen. Ein wichtiger Baustein ist hierbei die Ausstattung sämtlicher Schulen, die sich in Trägerschaft des Landkreises befinden, mit modernen Computern sowie Internetzugängen in ausreichender Zahl. Ein weiterer Baustein der beruflichen Qualifizierung und Weiterbildung ist das Leitbild des lebenslangen Lernens: Hierbei sollte eine Verzahnung zwischen Umschulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen im Rahmen der Sozialhilfe und den Kreisvolkshochschulen als kommunale Träger freiwilliger Bildungsangebote hergestellt werden.
Die modernen Medien bieten die Chance, Wohnen und Arbeiten miteinander in Einklang zu bringen. Daher unterstützt die Junge Union Projekte wie das neu gegründete Telezentrum in Merzen, wo die technischen Voraussetzungen für Telearbeit zur Verfügung gestellt werden. Insbesondere dem Handwerk und Klein- und mittelständischen Betrieben, welche die unverzichtbare Stütze einer gesunden wirtschaftlichen Entwicklung darstellen, muss mit gezielten Maßnahmen wie dem mobilen IT- Demonstrationsmodul eine Hilfestellung im Bereich „elektronischer Geschäftsverkehr“ gegeben werden.
Im Hinblick darauf, dass jeder Existenzgründer im Schnitt zwischen vier und fünf neue Arbeitsplätze schafft, wollen wir diese Personen besonders fördern. Wer als junger Mensch beschließt, sich selbständig zu machen, steht vor einer Fülle von bürokratischen Hindernissen. Es existieren zwar etliche finanzielle Förderprogramme von den Gemeinden bis hin zur EU, diese zu kennen und ihre Voraussetzungen zu durchschauen, stellt aber nicht selten ein schwer zu überwindendes Problem dar. Diesem Problem könnte mit einem individuellen Berater und einem gezielten Coaching Abhilfe geschaffen werden.
Genauso wichtig wie die Gründung neuer Betriebe ist jedoch die Sicherung der bestehenden Arbeitsplätze. Hierbei spielt insbesondere im Handwerk die Betriebsnachfolge eine wichtige Rolle, da in den kommenden Jahren 25% der Betriebe von dieser Problematik betroffen sind. Daher gilt es mit Aufklärungsarbeit die Betroffenen zu sensibilisieren, damit sie sich rechtzeitig mit der Thematik beschäftigen und eine sinnvolle Regelung treffen.
Um die Wirtschaftsförderung insgesamt effizienter gestalten und die Anziehungskraft des Osnabrücker Landes sowohl national als auch international zu vergrößern und damit vermehrt Investoren für unsere Region gewinnen zu können, bedarf es einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem Landkreis Osnabrück.
Unnötige Konkurrenzgebaren zwischen diesen beiden Gebietskörperschaften belasten die Attraktivität beider Standorte und können sogar im Ergebnis zu Abwanderungen von Wirtschaftsunternehmen z.B. ins benachbarte Münsterland oder in die Niederlande führen. Die Junge Union im Osnabrücker Land fordert vor diesem Hintergrund die verstärkte Ausweisung gemeinsamer Gewerbegebiete zwischen der Stadt und dem Landkreis insbesondere im Grenzgebiet sowie eine Ausweitung gemeinsamer Aktivitäten zur Wirtschaftsförderung im Osnabrücker Land.
Weitere Verbesserung der Standortqualität
Eine gute Infrastruktur ist einer der wichtigsten Voraussetzung für eine Investitionsentscheidung im Osnabrücker Land. Hierzu zählt für die Junge Union der Ausbau des ÖPNV mit einer besseren Anbindung der Landkreisgemeinden an die Stadt Osnabrück. Daneben sind aus unserer Sicht der zweispurige Ausbau der B 68 sowie der „Lückenschluss“ der A33 zwingend, wobei bei der genauen Streckenführung die Route zu wählen ist, die mit den geringsten Belastungen für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger verbunden ist.
Zur Qualität des Landkreises Osnabrück zählt aber auch ein attraktives kulturelles Angebot, was teilweise nur in Zusammenarbeit mit der Stadt Osnabrück vorgehalten werden kann. Im Bereich Telekommunikations- und Infrastruktur darf es nicht so sein, dass technologische Entwicklungen nur in den großen Ballungsräumen zur Verfügung stehen. Wir als Junge Union sehen uns nicht nur in diesem Punkt als Anwalt der Interessen des ländlichen Raumes.
Landwirtschaft
Die Nahrungsmittelproduktion ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor im Landkreis Osnabrück. Jeder 6. Arbeitsplatz hängt direkt oder indirekt von der Landwirtschaft ab.
Weiterhin leistet die Landwirtschaft einen wesentlichen Beitrag zur Pflege und zum Erhalt unserer Kulturlandschaft.
Unser Ziel ist es, die Vielfalt und Leistungsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe zu erhalten und auszubauen.
Maßgeblich wird zu diesem Zweck der Erhalt und der Ausbau von Wirtschaftswegen, die Verkürzung der Genehmigungszeiten sowie ein Abbau unnötiger Bürokratie bei landwirtschaftlichen Nutzungsänderungen sein.
Durch ein gezieltes Regionalmarketing sowie aufeinander abgestimmte, attraktive Angebote im touristischen Bereich – als Ergänzung zum „Urlaub auf dem Bauernhof“ – könnten neue Einnahmequellen erschlossen und somit langfristig ländliche Substanz erhalten werden.
Um langfristig rentabel produzieren und die Waren erfolgreich absetzen zu können, muss ein neues Vertrauensverhältnis zwischen den Verbrauchern und der Landwirtschaft aufgebaut werden.
Am erster Stelle sieht die Junge Union hier eine lückenlose Kontrolle aller in den Handel gebrachten Tiere. Mittelfristig muss ein Lebendtest bei Rindern helfen, die BSE-Krankheit kalkulierbarer zu machen, um somit ihre Folgen einzudämmen. Die landwirtschaftliche Produktion an sich und die Produktionswege bis in den Supermarkt müssen für den Käufer transparent gemacht und lückenlos dargestellt werden.
Und abschließend muss auch eine sachliche Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger dazu beitragen, dass die Menschen über die tatsächlichen Fakten und Gefahren von Krisen und Problemen informiert und nicht durch eine unnötige „Panikmache“ verängstigt werden.
Umweltpolitik im Osnabrücker Land
Gerade für junge Menschen ist der Schutz unserer vielfältigen Ökosysteme und Landschaftsformen von großer Bedeutung. Nur wenn wir heute verantwortungsbewusst mit unserer Umwelt umgehen und das ökologische Gleichgewicht der Lebensräume unserer Tier- und Pflanzenwelt nicht weiter gefährden, werden wir auch morgen noch die Schönheit unserer Natur bewundern und in ihr ein gesundes Leben führen können.
Die Verantwortung für eine nachhaltige Umweltpolitik beginnt bereits in vielen Bereichen bei den Städten, Gemeinden und dem Landkreis. Vor diesem Hintergrund ist auch besonders das Land Niedersachsen aufgefordert, umweltpolitische Vorhaben und Maßnahmen verstärkt mit den Kommunen abzustimmen, da zufriedenstellende Ergebnisse am ehesten durch ein sinnvolles Zusammenwirken aller beteiligten Gebietskörperschaften zu erreichen sind.
In diesem Zusammenhang sollten insbesondere die Abgrenzungen bestehender Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Osnabrück gemeinsam mit kommunalen Vertretern auf ihre Sinnhaftigkeit geprüft und gegebenenfalls geändert werden.
Weiterhin muss auch dem Schutz biologisch empfindlicher Feuchtgebiete eine hohe Bedeutung beigemessen werden. Gemeinsam mit dem Land Niedersachsen sind praktikable Schutz- und Pflegemaßnahmen abzustimmen und durchzuführen.
Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund müssen auch unsere Flüsse, Seen, Bäche und das Grundwasser vor Verunreinigungen geschützt werden. Daher fordert die Junge Union, die Einhaltung der Bestimmungen zum Schutz der Oberflächen und Grundwässer gemäß den gesetzlichen Vorgaben verstärkt zu kontrollieren.
Gerade auch die Waldgebiete sind hohen Belastungen insbesondere durch Schadstoffe aus der Luft aber auch durch Müll ausgesetzt. Ein gesunder Waldbestand ist aber eine der Grundvoraussetzungen für eine intakte Umwelt. Die Junge Union Osnabrück-Land fordert den Landkreis sowie die Städte und Gemeinden dementsprechend auf, dem Schutz des Waldes eine hohe Bedeutung beizumessen und diesen gemeinsam mit den Forstverbänden weiter voranzutreiben. So sollten Wege für eine Befreiung des Waldes von Unrat zum Beispiel im Rahmen kommunaler Beschäftigungsmaßnahmen gefunden werden. Ferner sollte der Förderung von privaten sowie gewerblichen Anstrengungen zum Klimaschutz weiterhin von allen Kommunen eine besondere Bedeutung beigemessen werden.
Der in privaten Haushalten oder gewerblichen Unternehmungen täglich anfallende Abfall ist eine für alle Bürger offensichtliche Umweltbelastung. Hier ist es Aufgabe des für die Abfallbeseitigung verantwortlichen Landkreises, durch gezielte Beratung und Fördermaßnahmen privater und gewerblicher Initiativen auf eine Verminderung der anfallenden Abfallstoffe hinzuwirken.
Vorhaben für neue Beseitigungsverfahren müssen dem Anspruch einer möglichst geringen ökologischen Belastung genügen.
Insgesamt sind alle Kommunen aufgefordert, durch eine beispielhafte Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben vorbildliches zu leisten. So sollten beispielsweise Techniken zur Nutzung regenerativer Energien verstärkt auch an öffentlichen Gebäuden Anwendung finden.
Eine im Ergebnis erfolgreiche Umweltpolitik kann nur durch eine möglichst weitgehende Einbindung aller Bürgerinnen und Bürger stattfinden. Um das bürgerliche Engagement in diesem Bereich zu stärken, sollten schon Kinder und Jugendliche für ökologische Problemstellungen sensibilisiert werden. Vor diesem Hintergrund regt die Junge Union an, ein durch die Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück finanziertes Förderprogramm speziell für Kinder und Jugendliche zu schaffen, um bereits in dieser Altersgruppe über umweltschonendes Verhalten zu informieren und Interesse für diesen Bereich zu wecken.
Jugendarbeit / Jugendhilfe im Landkreis Osnabrück
Die Jugendarbeit hat seit jeher eine überaus hohe Bedeutung für den Werdegang einer Gesellschaft. In der Jugend liegt das Potential der Zukunft.
Aus diesem Grunde ist es unerlässlich, sich mit den Problemfeldern im Bereich der Jugendpolitik auseinander zusetzen und Lösungen zu suchen.
Die zunehmende Vereinzelung in der Gesellschaft, die auftauchenden Probleme bei der Integration von Ausländern und Aussiedlern, die zunehmende Gewaltbereitschaft unter den Jugendlichen sowie die Versorgungslücken im Bereich der Bildung stellen neue Anforderungen an die Jugendarbeit im Landkreis Osnabrück.
Eine aktive Jugendarbeit hat die Aufgabe, Werte wie Offenheit, Toleranz und Mitmenschlichkeit zu vermitteln, die für das menschliche Zusammenleben unabdingbar sind. Somit ist Jugendarbeit in erster Linie Präventionsarbeit.
Sie soll versuchen, möglichst alle Jugendlichen mit einzubeziehen, auch die, die nicht aus Eigeninitiative heraus ein Engagement in Vereinen, Verbänden oder Initiativen anstreben.
Die Junge Union Osnabrück-Land unterstützt deshalb den Einsatz eines hauptamtlichen Jugendpflegers für jede kreisangehörige Stadt, Samtgemeinde und Gemeinde im Landkreis Osnabrück.
Dieser soll als Koordinator und Vernetzter der Jugendarbeit vor Ort fungieren.
Er ist erster Ansprechpartner, besorgt und vermittelt Informationen über zur Verfügung stehende Angebote im Bereich der verbandlichen und offenen Jugendarbeit und deren Zielgruppen, über zur Verfügung stehende Räumlichkeiten und über die vorhandenen und geplanten Strukturen und Zielsetzungen örtlicher Vernetzungsangebote (z.B. Ortsjugendring, Jugendausschuss, Präventionsräte etc.). Der hauptamtliche Jugendpfleger pflegt ständigen Kontakt zu den verbandlichen Institutionen und den Schulen.
Die Installation eines hauptamtlichen Jugendpflegers wird eine steigende Effektivität der Jugendarbeit in jedem Ort auf Dauer mit sich bringen. Darüber hinaus werden auch nebenamtliche Jugendpfleger eine wichtige Bedeutung haben. Sie können unterstützend und beratend tätig werden, wenn es darum geht, organisatorische Aufgaben der Vereine und Verbände zu erledigen oder bei der Umsetzung von Aktivitäten mitzuhelfen.
Des weiteren gilt es, besondere Angebote für vermeindliche Randgruppen wie z.B. Aussiedler, soweit sie noch nicht oder nur in unbefriedigender Weise bestehen, zu schaffen.
Hier müssen Möglichkeiten geboten werden, Jugendliche unterschiedlicher Herkunft ins Gespräch kommen und gemeinsam etwas organisieren zu lassen. Nur so kann auf Dauer Integration stattfinden. Kommunikation, das miteinander Sprechen, die Probleme des Anderen verstehen und respektieren, wird der Schlüssel zum Erfolg sein.
Ferner sollten weiterhin verstärkt Maßnahmen zur Gewaltprävention und zur Förderung der Toleranz und Menschlichkeit durchgeführt werden. Eine gute Aufklärungsarbeit und intensive Betreuung besonders gefährdeter Jugendlicher, die beispielsweise aus zerrütteten Familienverhältnissen stammen, ist äußerst wichtig.
Neben einer reichhaltigen inhaltlichen Angebotspalette für jugendspezifische Ausrichtung und der Schaffung von ortsnahen Räumlichkeiten bzw. Treffpunkten ist eine gute Öffentlichkeitsarbeit von immenser Bedeutung.
Für privates, ehrenamtliches Engagement muss geworben werden. Ehrenamtlichkeit muss anerkannt und gefördert werden.
Weiterhin kann effektive Jugendarbeit und Jugendhilfe nur dann gut funktionieren, wenn Schulen, verbandliche und offene Jugendarbeit, kulturelle Vereine und Sport kooperieren.
Die Junge Union Osnabrück-Land setzt sich somit für eine intensive Vernetzung aller mit Jugendarbeit betrauten Institutionen ein, um ein Höchstmaß an Jugendbetreuung zu gewährleisten.
Wichtig ist außerdem die Vertretung der Jugendarbeit in politischen Gremien wie beispielsweise dem Gemeinde-/Stadtrat oder dem Kreistag. Nur so können politische Entscheidungen jugendspezifische Inhalte bestmöglich realisieren.
Viel wird auch von der finanziellen Förderung der Jugendarbeit im Landkreis abhängen.
Hierbei muss der hohen Bedeutung der Jugendpolitik im Landkreis Osnabrück weiterhin Rechnung getragen werden.